Donnerstag, 26. Februar 2009

Feiertag


Heute habe ich bis 10.30 Uhr geschlafen- göttlich. Zum Mittag gab es koreanisch, den meine Mitbewohnerin Sang-Eun und ihre Freunde haben gekocht. Es gab Reis (in Korea gibt es Reis eigentlich 3x am Tag) und so etwas wie Gulasch, was sehr würzig und für mich recht scharf war. Dazu Eiersuppe und kleine Kartoffelstücken in Soße.


Anschließend habe ich mich mit Katja und Aljoscha beim Hauptgebäude der Universität getroffen und wir sind gemeinsam mit dem Bus zum „Weißen See“ (Белое Озеро) gefahren, denn auf diesem See sollte ein Iglubauwettbewerb stattfinden. Als wir am See ankamen haben die verschiedensten Gruppen von Leuten an ihren Iglus gebaut. Wirklich interessant. Aber mir wäre das glaube ich zu kalt. Katja, Aljoscha und Elena sind dann weiter gegangen und sie haben mir einen sehr alten Stadtteil gezeigt. Dieser lag auf einem Hügel in Tomsk und man hatte eine gute Sicht auf die umliegenden Häuser. Wir gingen die älteste Straße entlang und haben eine wunderschöne Kirche besucht. Leider durfte man im Innenraum nicht fotografieren. Aber sie war überwältigend verziert und gestaltet. Anders als deutsche Kirchen ist der Raum für die Leute sehr klein, in keinem Verhältnis zur Gesamtgröße der Kirche. Auch gibt es darin kaum Bänke, da die Leute stehen und nur alte sitzen dürfen. Weiter ging es und wir kamen zur nächsten wunderschönen Kirche und gegenüber auf dem Woskrensenskij- Berg befand sich das Museum von Tomsk, welches einen Aussichtsturm hat.
Also haben wir uns einen Teil der Stadt von oben angeschaut. Es war wirklich traumhaft. Das Dramatheater, das Verwaltungsgebäude, im Hintergrund der Fluss Tom- ein traumhafter Blick auf den Leninplatz.
Außerdem befindet sich auf diesem Hügel der Gedenkstein zur Gründung von Tomsk. Mein absolutes Lieblingsgebäude ist der Spasskij-Turm. Ich liebe diese hölzernen Gebäude hier in Tomsk. Man findet zahlreiche Straßen mit wunderschönen alten Häusern in dieser Bauweise. Nachdem wir unsere Sightseeingtour beendet hatten, ging es auf zu einem Cafe, wo wir einen schönen heißen Tee getrunken haben und es gab eine Waffel mit Apfelkompott. Lecker- der krönende Abschluss.

Skifahren in der sibirischen Taiga

Samstagnachmittag- die Vorlesungen sind vorbei. Jetzt kann ich mich für 2 Tage vom Russischunterricht erholen, denn am Montag ist hier Feiertag „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“. Samstagabend haben wir uns alle in der Wohnung von Johan, Kate und Charline getroffen, denn dort wurde der Geburtstag von Jan gefeiert. Er wohnt auch im Wohnheim, aber dort ist es natürlich in einem Zimmer etwas schwierig. Also haben wir uns alle um 20 Uhr in der Wohnung getroffen und jeder hat etwas zu trinken mitgebracht. Dann füllte es sich auch schon und immer mehr Leute kamen, bis die Wohnung dann komplett voll war und ungefähr 50 Leute da waren. Es war echt super! Ich habe jede Menge neue Gesichter kennen gelernt. Judith und ich haben echten russischen Vodka probiert, aber nur einen ganz kleinen Schluck. Danach haben wir es lieber mit Saft verdünnt. Es war echt ein super Abend. Aber was sehr neu und schwer zu akzeptieren ist, dass man vor 24 Uhr im Wohnheim zurück sein muss! Vor 24 Uhr oder nach 6 Uhr!!!!!!! Das ist echt hart, aber da wir uns es nicht gleich in der 2.Woche verscherzen wollten mit den Babuschkas im 1.Stock haben wir uns an die Regel gehalten. Die Babuschkas (auf deutsch Omas, für alle die keine Ahnung von Russisch haben) sind dafür da zu kontrollieren, wer das Gebäude betritt und Ansprechpartner für alle Fragen rund ums Wohnen. Naja, so sind wir dann halt 24 Uhr zurück. Aber es war echt ein super Abend.
Der nächste Tag hielt eine Überraschung für mich bereit. Katja und Elena luden mich zum Skifahren (Langlauf) ein. Lena holte mich im Wohnheim ab und wir sind gemeinsam mit dem Bus zu ihrem Haus gefahren. Es ging quer durch die Stadt und ich habe verschiedene Seiten von Tomsk gesehen, wunderschöne Holzhäusersiedlungen, neue moderne Gebäude, aber auch etwas verfallene und unansehnliche Gebäude. Das war meine 2. Erfahrung mit russischen Bussen und ich muss sagen, ich fange schon an mich daran zu gewöhnen. Schließlich kamen wir außerhalb des Stadtzentrums an und gingen zu der Wohnung in der Elena mit ihren Eltern lebt. Von außen sehen russische Wohnblöcke immer eher unansehnlich aus und auch die Treppenaufgänge sind alles andere als schön. Aber betritt man dann das Innere der Wohnung ist man dann umso mehr überrascht. Elenas Eltern haben mich gleich ganz freundlich begrüßt und Elena hat mir alles gezeigt. Dann kam auch schon Katja und schon ging es los zum Skifahren. Wir sind mit dem Auto aus der Stadt etwas rausgefahren. Da gibt es direkt einen Wald mit einem Haus, wo man Ski und alles Nötige ausleihen kann. Dort haben Katja und ich dann Ski ausgeliehen. Ich war wirklich etwas aufgeregt. Ich habe ja noch nie auf Skiern gestanden und keine Ahnung gehabt wie man das macht! Aber Katja und Elena haben es mir gezeigt und erklärt. Dann ging es auch schon los. Etwas unbeholfen und wackelig, aber Elenas Papa war dabei und als ich dann das erste Mal auf dem Boden gelandet bin, hat er mir gleich hoch geholfen! Wir sind auf bestimmten Wegen durch den Wald bergauf bergab. Elenas Papa war dabei und hat ganz viele wunderschöne Bilder gemacht.

Katja, Elena und ich


Es war auch einfach ein traumhafter Tag. Es war nicht kalt, so ca. -15°C und die Sonne schien so wunderschön. Wir mitten in der sibirischen Taiga und dann ein traumhaft verschneiter Wald. Was gibt es denn schöneres? Ich habe sogar mehrmals versucht, einen Berg herunter zu fahren. Aber war nicht so erfolgreich. Aber sah bestimmt lustig aus! Danach sind wir wieder zurück. Ist nämlich ganz schön anstrengend. Sie haben mich netterweise noch zum Wohnheim gebracht. Dort habe ich erst mal geduscht und mich etwas ausgeruht.


Abends bin ich zu Katja und es gab eine Art russisches Rague. Es ist eine Mischung aus Fleisch, Gemüse wie Karotten, Tomaten, Lauch und Kartoffeln. Es wird dann eine etwas dickere Masse. Dies ist man üblicherweise im Sommer in Russland, wenn man frische Sachen aus dem Garten ernten und verwenden kann. Es war super lecker! Danach begann meine Sightseeingtour: Tomsk bei Nacht. Wir haben die State University angeschaut, eine der 6 Universitäten in Tomsk. Ein traumhaftes Gebäude und ein riesiger Campus. Danach ging es weiter entlang der Leninstraße zu einem Platz (dessen Name ich gerade vergessen habe). Dort befanden sich verschiedene Denkmäler zB: ein Denkmal des Großen Vaterländischen Krieges, ein Denkmal für Studenten und ein Denkmal für den „hölzernen Rubel“. Anschließend sind wir noch auf einen heißen Tee in ein Cafe. Zum Schluss sind wir zum deutsch- russischen Haus gegangen und Katja und Aljoscha haben mir noch eine Straße mit wunderschönen Holzhäusern gezeigt. Tomsk ist einfach eine wunderschöne Stadt. Zurück im Wohnheim haben wir noch einen Tee getrunken und dann ging ein traumhafter und erlebnisreicher Tag zu Ende.
State University in Tomsk

Russisch-Deutsches Haus in Tomsk

Samstag, 21. Februar 2009

Der Alltag beginnt

Die zweite Woche ist vorbei und es stellt sich bereits der Alltag ein. Jeden Tag Russischkurs, 5 mal die Woche 1,5 Stunden- das ist ja eigentlich gut, aber da ich jetzt den Russischkurs gewechselt habe, ist es echt hart. Ich habe noch echte Probleme die Leute zu verstehen und jedesmal haben wir soooo viele Hausaufgaben auf, dass ich einen halben Tag brauche um meine Russischhausaufgaben zu machen. Aber ich hoffe, ich werde mich bald verbessern. Ansonsten bestand meine Woche daraus, Internet zu kaufen, nach Kursen zu fragen, aber leider war die Ansprechpartnerin krank, so hieß es immer nur wir müssen halt warten. Eins habe ich bereits gelernt hier in Russland- Wir müssen einfach nur warten, dann wird das schon! :-)
Am Donnerstag war ich mit Katja, Elena und Judith Schlittschuhfahren auf einer Eisbahn hier in Tomsk. Da es nicht so kalt war (nur -15°C) sind wir am Abend zum Eislaufen gegangen. Wir haben für Eintritt und das Ausleihen von Schuhen 60 Rubel gezahlt. Das sind in ca. 1,33 €. So war es wirklich nicht allzu teuer. :-) Dann haben wir ein paar Runden gedreht. Außerdem war an diesem Tag ein nachträglicher Valentinstag und so bekamen alle vergebenen Frauen ein rotes und alle Singlefrauen ein grünes Bändchen. Außerdem war eine Art Programm mit einer kleinen Feuershow und einer Eislaufperformance einer Gruppe von Mädels. Es war echt sehr schön, aber nach einer Stunde wurde uns langsam echt kalt.
So haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Auf unserem Weg nach Hause machten wir halt in einem hübschen Cafe, in dem ich schon am ersten Tag nach meiner Ankunft war. Dort haben wir alle einen heißen Tee getrunken und ich habe meinen ersten Blini gegessen mit Honig. Das war sooooo lecker- es war einfach ein wunderbarer Tag!

Es ist Wochenende! (14.02./15.02.09)


Es ist Wochenende! Aber in Russland ist das etwas anders als in Deutschland, denn hier wird auch am Wochenende studiert. Für uns Austauschstudenten gibt es leider keine Ausnahme. Aber erstaunlich ist, dass in Russland die Geschäfte immer offen haben, sowohl an Sonntagen als auch an Feiertagen.
Ich war jedenfalls zu meinen Vorlesungen und als ich im Wohnheim ankam, wartete anlässlich des Valentinstags eine schöne Überraschung auf mich: Ein wunderschöner Blumenstrauß von meinem Schatz. Ja, ein frischer Blumenstrauß in Sibirien- Fleurop macht es möglich! :-)











Am Sonntag erwartete uns alle eine Überraschung. Wir wurden von unserem Betreuer informiert, dass wir in das Kulturhaus kommen sollen. Wir wussten nicht wirklich, was uns erwartete. Wir kamen in einen großen Saal, wo schon viele Leute saßen und einem Programm zuschauten. Schnell haben wir uns hingesetzt und zugehört. Die Frauen und Männer, die das Programm machten, trugen alle wunderschöne traditionelle russische Kleidung. Wir erfuhren, dass es sich um das Fest Maslenica handelt. Es ist immer i
n dem Zeitraum Ende Februar und in dieser Zeit verabschieden die Russen den Winter und begrüßen den Frühling. Draußen liegt zwar immer noch ganz viel Schnee und es sind - 25°C, aber offiziell wird der Winter verabschiedet. Die Frauen haben gesungen und kleine Geschichten vorgetragen, es wurden auch Blini und andere Köstlichkeiten serviert. So dass nach dem Programm alle Leute probieren durften und natürlich auch wir ausländischen Studenten. Leider habe ich von den ganzen Dingen die erzählt wurden nicht sehr viel verstanden. Russische Sprache- schnelle Sprache. :-)













Die Presse und auch ein paar Leute vom Fernsehen waren da und haben Fotos gemacht und gefilmt. Eine Frau von einem russischen Sender bat uns darum, ein kleines Interview mit ihr zu machen. Jana und ich waren diejenigen, die ein paar Fragen beantworteten. Ein paar Tage waren wir dann im Fernsehen zu sehen!
Es wurden die Stühle weggeräumt und im Saal Platz gemacht. Alle Leute, egal ob jung oder alt, begannen zu tanzen und wir haben natürlich mitgemacht. Das war ein Riesenspaß. Dies war unser erster Kontakt mit einer typisch russischen Tradition und wir hoffen noch viele solche interessanten Erlebnisse zu haben. Wir haben gesehen wie traumhaft fröhlich diese Leute sein können, denn an diesem Sonntagnachmittag hat niemand grimmig geschaut!

Freitag, 20. Februar 2009

Die erste Woche vergeht

Im Laufe der Woche kamen nach und nach immer mehr Studenten an aus den verschiedensten Ländern: Südkorea, Vietnam, Österreich, Deutschland, Polen, Tschechei etc. Natürlich mussten wir uns erst einmal kennen lernen und uns austauschen. Die ersten Tage waren recht entspannend, da noch nicht allzu viele Kurse begonnen hatten. Natürlich sind wir immer noch Neulinge und unser Betreuer Alexander kümmert sich um uns. So haben wir alle unseren Ausweis für die Bibliothek bekommen und waren auch wegen den Kursen mehrmals im Office für ausländische Studenten. Auf dem Foto ist das Hauptgebäude der Polytechnischen Universität Tomsk zu sehen. Die Universität umfasst unzählige Gebäude in unserem ganzen Stadtteil. Doch eines der schönsten Gebäude ist das Hauptgebäude.
Natürlich gibt es für uns jeden Tag Neues zu entdecken. So lieben wir es durch die Supermärkte zu streifen und einfach nur all die tollen Sachen zu betrachten. Man glaubt gar nicht wie interessant das sein kann! Auch auf der Straße gibt es unglaublich Sachen zu entdecken. Halb zerstörte uralte Autos kämpfen sich durch Berge von Schnee, aber auch das ganze Gegenteil ist hier zu finden. (Habe doch tatsächlich einen wunderschönen Lexus gesichtet) Russland, dass Land der Gegensätze! Auch an den Gebäuden ist dies zu erkennen. Es gibt wunderschöne alte russische Holzhäuser und daneben neu erbaute gerade mal 2 Jahre alte Steingebäude. So unterschiedlich!




Dieses Haus befindet sich an der längsten Straße Tomsks
dem Leninprospekt




Dieses alte Haus befindet sich in der Usovostraße, wo sich auch unser Wohnheim befindet.










Eines Abends war ich zu Gast bei Katja. Sie und ihre Mitbewohnerin haben für mich gekocht. Es gab Kartoffelpüree mit Gulasch, frische Tomaten, Käse, Rohkostsalat und "russische Lebkuchen" (пяники). Diese werden aber anders als in Deutschland das ganze Jahr über gegessen.
Es war ein sehr gemütlicher Abend. Wir haben viel über die Unterschiede zwischen Deutschland und Russland gesprochen. Natürlich gab es auch Tee. Wie immer und überall. :-)
Am Ende meiner ersten Woche, die hauptsächlich aus Russischunterricht, Gegend erkunden und Einkaufen bestand, bin ich dann mit Judith meiner Lieblingsösterreicherin in ein russisches Restaurant zum Essen gegangen. In großen Buchstaben stand über dem Eingang „Herzlich Willkommen im Cafe Fondu“. So dachten wir, vielleicht ist es ja ein deutsches Lokal. Dies stellte sich schnell als Irrtum heraus. Aber trotz Sprachbarriere haben wir etwas sehr Leckeres aus der Karte gewählt: gedünstetes Fischschaschlik mit Tomatenstückchen.
So ging dann wieder ein Tag zu Ende. Die erste Woche verging wie im Flug.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Meine Erste Woche beginnt


Es ist Montag: Meine erste Woche beginnt! Katja und ich haben uns am Morgen getroffen und sind zur Universität (zum 19th Building(Foto) - Uni besteht aus zahlreichen Gebäuden)gegangen, um die Formalitäten zu erledigen, d.h. Fotos machen, Registration, Abholen des Vorlesungsplans, der sehr leer war und außer Russischunterricht kaum etwas enthielt. Dann sollte es auch schon losgehen zu meiner ersten Vorlesung. Leider war der Raum nicht auffindbar und niemand konnte uns sagen, wo die Vorlesung „World Economy“ stattfindet. Zufällig war der Dozent der Chef meiner Freundin, so wurde am Telefon kurzerhand beschlossen die Vorlesung im Büro zu halten, da ich an diesem Tag eh die einzige Studentin war. Ich wusste gar nicht wie mir geschieht, dann saß ich bei Tee und Keksen im Büro und wir haben ein kurzes Gespräch geführt, einander vorgestellt und Erwartungen an die Vorlesung ausgetauscht. Nächste Woche geht es dann richtig los. Das war für mich schon mal ganz neu. So etwas gebe es in Deutschland wohl eher nicht. :-)
Dann war ich am Nachmittag noch einige Dinge einkaufen. Es ist unheimlich interessant durch die Lebensmittelläden zu schauen. Es gibt so unheimlich viele Produkte, alles was man auch in Deutschland kaufen kann: Nivea, Florena, Palmolive, aber auch Lebensmittel wie Almette, Danone, Hochland und Milka. Ich hätte nie gedacht, dass es in Russland so viele reichgefüllte kleine Lebensmittelläden und Supermärkte gibt (Foto: Wodkaangebot in Supermärkten). Dann habe ich mich noch etwas umgeschaut und bin zum Wohnheim zurück.
Am nächsten Tag hatten wir unseren Arztbesuch. Das war eine ganze neue Erfahrung. Alle ausländischen Studenten, die bis dahin angekommen waren, mussten zum Röntgen. Es wurde die Lunge auf Tuberkulose untersucht. Aber das ist keineswegs wie in Deutschland. Wir waren in einem kleinen etwas abgewirtschafteten Gebäude und mussten erst einmal zahlen. Natürlich nicht viel, aber erst einmal zahlen. Dann ging es ins nächste Gebäude dort befand sich der Röntgenapparat. Es war in einem alten Raum, wo ein furchterregend großes Röntgengerät stand. Dort musste man sich dann einfach draufstellen und es fuhr um einen herum. Sicherheitsmaßnahmen- keine. Aber wir haben es alle überlebt und niemand hatte Tuberkulose. J Dann ging es weiter mit dem Bus zum Krankenhaus. Doch Busse in Russland sind anders als in Deutschland. Es sind sehr kleine meist etwas schäbig aussehende Vehikel, wo man selber wissen muss, wo lang er fährt und wann man aussteigen muss. Es gibt keinen Routenplan oder feste Haltestellen. Und nicht vergessen vor dem Aussteigen zahlen! ;-) Das ist nicht einfach, aber wir hatten ja unseren Betreuer an Bord, der uns lotste! Danach waren wir in einem russischen Krankenhaus. Dort wurde zuerst gezahlt, dann ging es zur Untersuchung auf Hautkrankheiten und Läuse. Die Belege das wir gesund sind, mussten wir dann im Wohnheim abgeben. Das war schon recht aufregend.
Anschließend sind wir zur Universität und ich habe erneut nach meinen Kursen gefragt. Nun bekam ich nach und nach ein paar mehr raus. Aber wenn diese auf dem Papier stehen, heißt das noch lange nicht, dass sie in Realität auch stattfinden! ;-) Fand ich später heraus.

Sibirien – ich komme! (07.02./08.02.09)

Mein erster Tag
Nach einem schweren Abschied am Flughafen in München ging es mit S7 (Siberia Airlines) auf nach Moskau. Im Flugzeug prasselte Russisch nur so auf mich ein und ich war erst einmal froh als ich heil in Moskau (-5°C) angekommen war. Dort wurde mir dann auf Russisch gesagt, dass ich nicht genügend für mein Übergepäck gezahlt habe. Leider hat mich auf Englisch dann niemand verstanden. Nachdem ich diese sprachlichen Schwierigkeiten dann überwunden hatte, Geld gewechselt hatte und für mein Übergepäck gezahlt hatte, ging es weiter nach Tomsk. Dort kam ich dann Sonntagmorgen 6:40 Ortszeit an (-21°C).
Zum Glück wurde ich von meinem Betreuer der TPU Alexander abgeholt und nun ging es in den frühen Morgenstunden durch die sibirische Landschaft: Berge von Schnee und komplett vereiste Straßen! Unglaublich wie schnell die Autos auf solchen Straßen fahren. Aber ich kam dann gut, aber total erschöpft im Wohnheim an. Dort sah ich zum ersten Mal mein zu Hause für die nächsten 4,5 Monate. Es ist hier halt alles ein bisschen anders.

Meine koreanische Mitbewohnerin Sang Eun begrüßte mich verschlafen. Freundlich wie sie ist, hat sie mir gleich alles gezeigt. In einer Sektion leben ca.10 Leute, die sich eine Dusche, Toilette und Waschbecken teilen. Ich lebe zusammen mit Koreanern, Chinesen und Vietnamesen. Ich war dann doch etwas erschöpft nach der langen Reise und habe erst mal geschlafen.
Am nächsten Mittag begrüßte mich Katja. Sie war Austauschstudentin an der BA Heidenheim, so habe ich sie schon im letzten Jahr kennen gelernt. Außerdem Elena, die meine Ansprechpartnerin in Sachen Bewerbung an der TPU war. Zusammen sind wir in die Stadt gegangen und ich habe einen ersten richtigen Eindruck von Tomsk bekommen. Kalt, total vereiste glatte Straßen und Gehwege, verrückte Autofahrer und recht grimmig dreinschauende Russen, aber auch wunderschön viel Schnee und Sonnenschein. Wir haben mir erst mal eine SIM-Karte besorgt und sind dann in einem Kaffee etwas Essen gewesen. Es war echt super! Anschließend haben wir mir noch ein paar nützliche Gegenstände für den Alltag besorgt (Teller, Tasse, Besteck, auch Toilettenpapier, denn so was gibt es im Wohnheim nicht!!!!).
Zurück im Wohnheim habe ich mich noch etwas häuslich eingerichtet in meinem Zimmer, und Sachen ausgepackt. Später dann noch einige Bewohner kennen gelernt und dann ging auch schon mein erster Tag in Russland zu Ende.