Donnerstag, 26. Februar 2009

Skifahren in der sibirischen Taiga

Samstagnachmittag- die Vorlesungen sind vorbei. Jetzt kann ich mich für 2 Tage vom Russischunterricht erholen, denn am Montag ist hier Feiertag „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“. Samstagabend haben wir uns alle in der Wohnung von Johan, Kate und Charline getroffen, denn dort wurde der Geburtstag von Jan gefeiert. Er wohnt auch im Wohnheim, aber dort ist es natürlich in einem Zimmer etwas schwierig. Also haben wir uns alle um 20 Uhr in der Wohnung getroffen und jeder hat etwas zu trinken mitgebracht. Dann füllte es sich auch schon und immer mehr Leute kamen, bis die Wohnung dann komplett voll war und ungefähr 50 Leute da waren. Es war echt super! Ich habe jede Menge neue Gesichter kennen gelernt. Judith und ich haben echten russischen Vodka probiert, aber nur einen ganz kleinen Schluck. Danach haben wir es lieber mit Saft verdünnt. Es war echt ein super Abend. Aber was sehr neu und schwer zu akzeptieren ist, dass man vor 24 Uhr im Wohnheim zurück sein muss! Vor 24 Uhr oder nach 6 Uhr!!!!!!! Das ist echt hart, aber da wir uns es nicht gleich in der 2.Woche verscherzen wollten mit den Babuschkas im 1.Stock haben wir uns an die Regel gehalten. Die Babuschkas (auf deutsch Omas, für alle die keine Ahnung von Russisch haben) sind dafür da zu kontrollieren, wer das Gebäude betritt und Ansprechpartner für alle Fragen rund ums Wohnen. Naja, so sind wir dann halt 24 Uhr zurück. Aber es war echt ein super Abend.
Der nächste Tag hielt eine Überraschung für mich bereit. Katja und Elena luden mich zum Skifahren (Langlauf) ein. Lena holte mich im Wohnheim ab und wir sind gemeinsam mit dem Bus zu ihrem Haus gefahren. Es ging quer durch die Stadt und ich habe verschiedene Seiten von Tomsk gesehen, wunderschöne Holzhäusersiedlungen, neue moderne Gebäude, aber auch etwas verfallene und unansehnliche Gebäude. Das war meine 2. Erfahrung mit russischen Bussen und ich muss sagen, ich fange schon an mich daran zu gewöhnen. Schließlich kamen wir außerhalb des Stadtzentrums an und gingen zu der Wohnung in der Elena mit ihren Eltern lebt. Von außen sehen russische Wohnblöcke immer eher unansehnlich aus und auch die Treppenaufgänge sind alles andere als schön. Aber betritt man dann das Innere der Wohnung ist man dann umso mehr überrascht. Elenas Eltern haben mich gleich ganz freundlich begrüßt und Elena hat mir alles gezeigt. Dann kam auch schon Katja und schon ging es los zum Skifahren. Wir sind mit dem Auto aus der Stadt etwas rausgefahren. Da gibt es direkt einen Wald mit einem Haus, wo man Ski und alles Nötige ausleihen kann. Dort haben Katja und ich dann Ski ausgeliehen. Ich war wirklich etwas aufgeregt. Ich habe ja noch nie auf Skiern gestanden und keine Ahnung gehabt wie man das macht! Aber Katja und Elena haben es mir gezeigt und erklärt. Dann ging es auch schon los. Etwas unbeholfen und wackelig, aber Elenas Papa war dabei und als ich dann das erste Mal auf dem Boden gelandet bin, hat er mir gleich hoch geholfen! Wir sind auf bestimmten Wegen durch den Wald bergauf bergab. Elenas Papa war dabei und hat ganz viele wunderschöne Bilder gemacht.

Katja, Elena und ich


Es war auch einfach ein traumhafter Tag. Es war nicht kalt, so ca. -15°C und die Sonne schien so wunderschön. Wir mitten in der sibirischen Taiga und dann ein traumhaft verschneiter Wald. Was gibt es denn schöneres? Ich habe sogar mehrmals versucht, einen Berg herunter zu fahren. Aber war nicht so erfolgreich. Aber sah bestimmt lustig aus! Danach sind wir wieder zurück. Ist nämlich ganz schön anstrengend. Sie haben mich netterweise noch zum Wohnheim gebracht. Dort habe ich erst mal geduscht und mich etwas ausgeruht.


Abends bin ich zu Katja und es gab eine Art russisches Rague. Es ist eine Mischung aus Fleisch, Gemüse wie Karotten, Tomaten, Lauch und Kartoffeln. Es wird dann eine etwas dickere Masse. Dies ist man üblicherweise im Sommer in Russland, wenn man frische Sachen aus dem Garten ernten und verwenden kann. Es war super lecker! Danach begann meine Sightseeingtour: Tomsk bei Nacht. Wir haben die State University angeschaut, eine der 6 Universitäten in Tomsk. Ein traumhaftes Gebäude und ein riesiger Campus. Danach ging es weiter entlang der Leninstraße zu einem Platz (dessen Name ich gerade vergessen habe). Dort befanden sich verschiedene Denkmäler zB: ein Denkmal des Großen Vaterländischen Krieges, ein Denkmal für Studenten und ein Denkmal für den „hölzernen Rubel“. Anschließend sind wir noch auf einen heißen Tee in ein Cafe. Zum Schluss sind wir zum deutsch- russischen Haus gegangen und Katja und Aljoscha haben mir noch eine Straße mit wunderschönen Holzhäusern gezeigt. Tomsk ist einfach eine wunderschöne Stadt. Zurück im Wohnheim haben wir noch einen Tee getrunken und dann ging ein traumhafter und erlebnisreicher Tag zu Ende.
State University in Tomsk

Russisch-Deutsches Haus in Tomsk

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