
Heute haben Judith und ich einen Ausflug ins Dorf Кожевниково (Koschevnikovo) gemacht. In diesem Ort wohnt eine Frau Breininger, die eine der Russlanddeutschen hier im Tomsker Gebiet ist. Wir sind ca. 2h mit dem Bus gefahren und kamen dann an und sie hat uns schon begrüßt!


Wir sind mit ihr zu ihrem Haus gelaufen. Sie hat uns sehr viel über ihre Lebensgeschichte erzählt, was ich unheimlich faszinierend fand. Sie und ihre Familie waren Wolgadeutsche, die 1941 zu Zwangsumsiedlern erklärt wurden und dann nach Sibirien verbannt wurden. Sie hat uns von dem Schrecken, Leid, Elend und Hunger, den sie in dieser Zeit ertragen mussten erzählt und für uns ist es kaum vorstellbar. Sie hat erzählt, wie sie mit nichts weiter als der Kleidung am Leib ankamen in Sibirien, von da an hier ums Überleben kämpfen mussten. Schließlich zogen sie ins Dorf Кожевниково, wo sie seit 1957 lebt.
Sie ist eine bemerkenswerte Frau und wie so viele in Russland sehr gastfreundlich. So hat sie uns eine Suppe Щи gekocht und aus der Pfanne gab es Kartoffeln, Möhren, Kräuter (alles aus dem eigenen Garten) mit Hähnchen. Sehr lecker und Tee dazu aus Hagebutten!
Nachdem wir gegessen hatten, zahlreiche Fotos angeschaut haben und viel erzählt haben, sind wir zu einem Spaziergang durch das Dorf aufgebrochen. Ich war sehr erstaunt wie fit sie war mit ihren 71 Jahren. Wir sind zum Fluss Ob spaziert, der hier die Landschaft prägt.


Auf dem Ob fahren zahlreiche Transportschiffe, aber es gibt keine Personenschifffahrt. Insgesamt machte es einen sehr ruhigen, idyllischen Eindruck mit einigen Fischern am Uferrand. Aber leider viel uns auch hier wieder der Müll auf und das Wasser war auch nicht gerade sauber. Sie erzählte uns, dass dies etwas ist, wofür sie sich schämt. Das russische Volk habe keine Achtung vor der Natur und weiß nicht mit Müll umzugehen!


Hier kann man eine russische Toilette, welche nur ein Loch in einem Boden in einem Holzhäuschen ist! Bei -40°C und Schneesturm stelle ich mir das sehr unangenehm vor!

Dann gab es auch noch mal Tee und Süßes und wir sollten auch die Pralinen essen, die wir ihr als kleines Geschenk mitgebracht hatten! Das gefiel uns aber gar nicht.
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