Wir haben uns auf eine Bank im Innenhof des Ermitage hingesetzt und da spricht uns doch eine ältere Dame an, die dort saß. Sie war aus Sotschi und auch zu Gast in St. Petersburg. Sie meinte, ihre Verwandten stehen recht weit vorne in der Reihe und sie kann uns rein lotsen. Somit haben wir dann bloß 1,5 Stunden gewartet und sind dann reingekommen. Aber da war nur eine Kasse geöffnet und die Leute standen innen noch mal an. Es war so grausam…überall Touristen.
Judith und ich hatten dann irgendwann unsere Tickets- für Studenten um sonst! Und für so ein Ticket steht man stundenlang an!
Außer die Mentalität mancher Leute: Wir haben einen Unfall zwischen einem Fahrradfahrer und einem Fußgänger beobachtet. Der Fußgänger wollte bei grün den Fußgängerüberweg überqueren, aber der Radfahrer ist mit sehr hoher Geschwindigkeit bei Rot über die Straße. Er hat den Fußgänger voll erwischt, welcher dann mit dem Kopf auf dem Asphalt aufschlug und bewusstlos liegen blieb. Der Fahrradfahrer fuhr einfach weiter während der Freund des Fußgängers den Bewusstlosen von der Straße zog. Judith und ich sind hin, wollten gleich den Krankenwagen rufen, aber da happerte es an der Nummer…Die anderen Russen standen einfach da und haben geschaut, die Polizei stand auf der anderen Straßenseite und hat erst einmal 10 Minuten gebraucht bis sie ihren Hintern zum Unfallort bewegt hat. Es unglaublich mit welcher Langsamkeit und Gelassenheit die Russen mit Allem umgehen. Für mich war es sehr schockierend, dass nach 15Minuten immer noch kein Krankenwagen da war, obwohl er eine Wunde am Schädel hatte, der ganze Mund geblutet hat und garantiert der Kiefer gebrochen war. Man möchte lieber keinen Unfall in Russland haben!!!
Am Abend zu Hause angekommen, hatte Andrej schon für uns wieder gekocht. Es gab „Ogruschka“, eine typische Sommerspeise in Russland. Sie besteht aus Rote Bete, Gurke, Wurst, Kartoffel, Kräuter und Kvas. Kvas wird aus gegorenen Brot hergestellt und sehr viel im Sommer getrunken. Dies alles zusammen gibt dann eine kalte Suppe, die etwas gewöhnungsbedürftig ist, jedoch recht erfrischend schmeckt! Könnte man sich dran gewöhnen.
In der Nacht von 1 Uhr bis 2 Uhr haben wir eine Bootsrundfahrt gemacht. In St. Petersburg gibt es die Weißen Nächte (Белые ночи), in welchen es nicht dunkel wird. Sie sind immer im Juni für ca.2 Wochen. So sind wir mit dem Boot auf der Neva gefahren und haben gesehen, wie nachts die Brücken geöffnet werden, um große Schiffe durch zu lassen!

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